Und nie sollst Du vergessen sein von Jörg Böhm

U

Noch ein Buch, dass ich kurz vor Jahresende noch für die ABC-Challenge gelesen habe.

Zum Inhalt:

Die Kommissarin Emma Hansen kommt für einige Tage zur Erholung in den Schwarzwald, in das Rosendorf Nöggenschwiel, wo sie bis vor 15 Jahren jedes Jahr den Urlaub mit ihrer Familie verbracht hat und wo sie Charlotte kennenlernte, die vor 15 Jahren spurlos verschwunden ist.

Nach ihrer Ankunft wird zuerst ein Alkoholiker erschlagen und später die Klatschbase des Ortes erdrosselt. Emma hat schnell den Verdacht, dass die Todesfälle mit Charlottes Verschwinden zusammen hängen und beginnt, zu ermitteln.

Meine Meinung:

Entschieden habe ich mich für dieses Buch schlussendlich, weil ich nur 40 km von Nöggenschwiel aufgewachsen bin und die Region kenne, wie meine Westentasche.

Allerdings konnte mich die Geschichte nicht 100%ig überzeugen. Der Autor beschreibt zwar die Region wirklich gut und ich finde vieles, was ich kenne, auch wieder. Aber ansonsten wirkt Einiges konstruiert und auch viel zu sehr ausformuliert. Unglaubwürdig fand ich, dass die Einwohner sich noch detailliert an das Verschwinden von Charlotte erinnern. Gestört hat mich auch, dass die Protagonistin Emma überhaupt nichts bewirken kann. Sie stellt Ermittlungen an, aber arbeitet nicht mit der Polizei vor Ort zusammen, so dass alles mehrgleisig läuft und erst am Ende des Buches laufen die Ermittlungsergebnisse zusammen.

Natürlich kann ich auch Positives berichten, der Fall konnte mich nämlich trotzdem fesseln, weil ich lange Zeit den wahren Täter nicht im Verdacht hatte.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger, was das Privatleben von Emma betrifft. Ich war mir zunächst nicht sicher, ob ich auch den zweiten Fall von Emma lesen möchte, aber nachdem ich gesehen habe, dass der Fall in Burrweiler spielt, das rund 50 km von meiner neuen Heimat in der Pfalz spielt 😉 werde ich Jörg Böhm nochmal eine Chance geben, denn – und das habe ich in einer Rezension zu UND NIE SOLLST DU VERGESSEN SEIN gelesen – da ist noch Luft nach oben 😉

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Auswertung der Bennimaus A-Z Titel-Challenge 2014

A-Z-Titel

A-Z Titel-Chalenge von Bennimaus und Mella

  • Dauer von 1.1.2013 bis 31.12.2013
  • Zu jedem Buchstaben des Alphabetes muss ein Titel gelesen werden
  • bei den Buchstaben Q, X, Y, Ä, Ö, Ü reicht es, wenn der Buchstabe im Titel vorkommt
  • alle Arten von Bücher, egal ob Papier, Ebook oder Hörbuch
  • Ä Ö Ü sind Bonusbuchstaben, die man erfüllen kann, aber nicht muss

A – Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner von Kerstin Gier
B – Blut von Patricia Cornwell
C – Christmas Blues von Helmut Barz
D – Dein totes Mädchen von Alex Berg
E – (Das) Erbe von Tanston Hall von Anja Marschall
F – Fever von Douglas Preston / Lincoln Child
G – Gott bewahre von John Niven
H – (Der) Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson
I – Isarvorstadt von Simone Bauer (Januar 2013)
J – JEANNIE – oder: Der Frosch in der Bowlenschüssel von Birgit Otten
K – Krähenschrei von Torsten N. Siche
L – Liebe auf Bestellung von Rike Stienen
M – Männer und andere Katastrophen von Kerstin Gier
N – Nylons – Das französische Mädchen von Nora Schwarz
O – Operation Blackmail von Jenk Saborowski
P – Pyromantische Affäre von Laura Lay
Q –
R – Rosengift von Susanne Mischke
S – Schneesturm und Mandelduft von Camilla Läckberg
T – (Die) Tuschelmuscheln von Christian Noß (Kinderbuch)
U – Und nie sollst Du vergessen sein von Jörg Böhm
V – Verrückt nach Brause von Gabi Groger
W – Wunschgewitter von Nathan Jaeger
X – Ein Sixpack zum Verlieben von Rike Stienen
Y – Yoga ist auf keine Lösung von Elke Becker
Z – (Die) Zahlen der Toten

Bonus
Ä – Im Schatten des Mondlichts – Die Fährte
Ö – Das Böse in uns von Cody McFadyen
Ü – Wen küsse ich und wen ja, wie viele?

Zwei Bücher, die hier verlinkt sind, muss ich noch rezensieren und den Buchstaben Q habe ich nicht geschafft. Dafür konnte ich Ä, Ö und Ü erledigen.

Krähenschrei von Torsten N. Siche

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Krähenschrei von Torsten N. Siche

erschienen am 08. März 2011 im Fischer Verlag

***

Enzo will seiner Laufpartnerin Inga gestehen, dass er sich in sie verliebt hat, aber ausgerechnet an diesem Tag kommt Inga nicht verabredeten Zeitpunkt. Sie lässt sich verleugnen und ihre Eltern sehen in ihr einen Stalker.

Enzo vermutet, dass diese Verwandlung mit Vesna und ihrer Clique zusammenhängt, für die sich Inga plötzlich interessiert.

Moritz und Arne wollen ihrem alten Freund helfen, doch plötzlich ist ein Mädchen aus Vesnas Clique tot und Inga ist verschwunden…

***

Die Protagonisten:

Enzo läuft seit einigen Wochen mit Inga und hat sich verliebt. In seiner Verliebtheit hat er seine Freunde stark vernachlässigt. Ihm passiert in diesem Buch nicht viel Positives, er hat mir während des Lesens einfach nur leid getan.

Inga umgibt sich mit einer Clique, die gar nicht zu ihr passt. Von Anfang an ist klar, dass das einen guten Grund haben muss. Ihre Person würde ich in diesem Buch am ehesten als farblos bezeichnen. Dass sie sich niemandem anvertraut, ist eine Sache, aber dass sie Enzo an die Polizei ausliefert, anstatt ihn in Schutz zu nehmen, hat sie für mich unsympathisch gemacht.

Moritz und Arne habe ich dafür bewundert, dass sie, obwohl Enzo sie für Inga hat links liegen lassen, sofort wieder für ihn eingetreten sind, als er Hilfe gebraucht hat. Dass beide dafür unterschiedliche Beweggründe hatten, habe ich erst gegen Ende des Buches erkannt.

Vesna und ihre Clique kommen aus schwierigen sozialen Verhältnissen und – ganz Klischee – wandeln nicht gerade auf dem Pfad der Tugend, was ihrer schwierigen Kindheit geschuldet ist.

Gesamteindruck:

Die Kapitel werden aus Sicht unterschiedlicher Personen erzählt. Den Schreibstil des Autoren würde ich als modern bezeichnen. Auf jeden Fall eine Sprache, die einem Jugendbuch gerecht wird.

Die Handlung ist anfänglich einfach und leicht verständlich, ein Junge möchte seine Liebe gestehen, das Mädchen ist an die falsche Clique geraten und verleugnet ihn. Was dann folgt ist sehr komplex, denn es wird erörtert, was die Clique alles angestellt hat, wie Inga hineingezogen wurde, welche Kreise die Sache auf einmal zieht.

Das Buch hat mich zwar in seinen Bann gezogen, allerdings bin ich mit dem plötzlichen Umschwung gegen Ende nicht mehr klar gekommen. Die Vorgänge waren zwar nachvollziehbar, aber es war einfach “zuviel des Guten”. Ich möchte nicht zuviel verraten, aber “es ist nichts, wie es scheint” trifft die Auflösung des Buches meines Erachtens ganz genau.

Cover

Schmetterlinge an einem Stacheldraht, ein Cover, das zeigt, dass etwas Schönes mit etwas Gefährlichem in Berührung kommt. Im weitestens Sinne könnte ich damit das Cover mit der Handlung in Verbindung bringen, aber für mich passt das Cover nicht wirklich zum Buch.

Fazit

Die Idee für diesen Jugendthriller ist gut, denn es wird einiges an Problematik aufgeworfen, Mobbing, Erpressung, das Verhältnis von Jugendlichen zu ihren Eltern und anderes. Die Ideen sind zunächst auch gut umgesetzt, aber die Vorgänge überschlagen sich am Ende förmlich und wie ich oben bereits geschrieben hatte, war das für mich zuviel des Guten.

Da ich schon (wesentlich) bessere Jugendthriller in den Händen hatten, die sich auch mit ähnlichen Themen beschäftigen, vergebe ich drei von fünf Sternen.

Lesechallenge

Mit Krähenschrei decke ich den Buchstaben K der A-Z Lesechallenge ab.

Die Zahlen der Toten von Linda Castillo

Zahlen

Die Zahlen der Toten
von Linda Castillo
erschienen am 04. August 2010
im Fischer Verlag

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Zum Inhalt:

Kate Burkholder ist Polizeichefin in Painters Mill, Ohio, einer kleinen verschlafenen Stadt.

Sie wird zu einer Leiche gerufen, eine tote Frau wurde verstümmelt und in den Bauch wurde eine römische Zahl geritzt. Bereits 16 Jahre zuvor wurden schon einmal Leichen mit eingeritzten römischen Ziffern gefunden, da dieses Detail nie an die Öffentlichkeit gelangt ist, liegt die Vermutung nahe, dass der “Schlächter” wieder zurückgekehrt ist.

Eine gefährliche Situation für Kate, da es ein Familiengeheimnis gibt, dass mit dem Schlächter zusammenhängt.

Als eine weitere Tote gefunden wird, befürchtet der Stadtvorstand, dass Kate der Sache nicht gewachsen ist und setzt ihr jemanden vor die Nase. Und diese Person kommt dem Geheimnis von Kate immer näher und das könnte sie ihre Karriere kosten…

 ***

Protagonisten:

Kate Burkholder ist eine junge und engagierte Beamtin mit einer bewegten Vergangenheit. Sie war einst eine Amish, entschloss sich aber, die Gemeinschaft zu verlassen und wurde daher unter einen “Bann” gestellt. Sie wird als eine Person dargestellt, die versucht, den Balanceakt zwischen ihrem jetzigen und ihrem bisherigen Leben zu schaffen, was sie vor allem im Bezug auf die Gemeinschaft der Amish respektvoll schafft.

John Tomasetti, der Kate zur Seite gestellt wird, steht eigentlich bereits am Abgrund und da seine Vorgesetzten einen Grund brauchen, um ihn aus dem Dienst zu entlassen, kommt ihnen der Fall in Painters Mill gerade recht. John hat eine schwierige Vergangenheit, engagiert sich in diesem Fall sehr und will Kate zeigen, dass er mit ihr und nicht gegen sie arbeiten will, was ihn wiederum sehr sympathisch macht.

Mit Kate Burkholder und John Tomasetti hat Linda Castillo zwei Protagonisten geschaffen, die charakterlich sehr unterschiedlich sind, sich aber gut ergänzen.

Gesamteindruck:

Linda Castillo verflechtet einen Mordfall mit dem Leben der Gemeinschaft der Amish. Kate ist zwar nicht mehr “eine von ihnen”, kann aber durch ihre Vergangenheit wunderbar auf die Gegebenheiten eingehen. Sie findet sich in “beiden Welten” gut zurecht.

Kates Fall ist sehr komplex, an einigen Stellen – für mich – auch ein wenig unglaubwürdig, aber insgesamt stimmig.

Der Schreibstil der Autorin hat mich sofort in den Bann gezogen, sie “erzählt” vom Leben der Amish-People, wirft hier und da einige blutrünstige Details ein und schafft es, die Spannung immer wieder zu steigern. Durch die gerade genannten blutrünstigen Details ist das Buch stellenweise nichts für schwache Nerven, im Gegensatz dazu ist das Buch auch von der Gefühlswelt der Protagonistin geprägt.

Die Zahlen der Toten ist ein weiteres Buch, welches ich beim Lesen gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Cover:

Das Cover ist für einen Thriller eher ungewöhnlich ruhig. Es zeigt eine ruhige, ländliche Gegend mit schneebedeckten Feldern und im Hintergrund ein einzelnes Haus, dazu die Kutsche der Amish. Es spiegelt die Kulisse der Handlung wieder.

Fazit:

Ich kann diesen Thriller weiterempfehlen und die Folgebände Blutige Stille, Wenn die Nacht verstummt und Tödliche Wut wandern auf meine Wunschliste.

Lesechallenge:

Mit (Die) Zahlen der Toten erfülle ich den Buchstaben Z der A-Z Lesechallenge.

Das Böse in uns von Cody McFadyen

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Zum Inhalt

Lisa, die Tochter eines US-Senators, wird während eines Fluges ermordet. In ihrem Körper wird ein silbernes Kreuz mit der Zahl 143 gefunden. Dem FBI-Team um Smoky Barrett wird der Fall übertragen, weil Lisa früher ein Mann war und die Familie des Politikers sich deshalb offiziell von ihm distanziert hat.

Schnell finden die Ermittler heraus, dass die 143 tatsächlich für die Anzahl der Opfer des Serienkillers steht, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, allen seinen Opfern vor ihrem Tod ein Geheimnis zu entlocken, dass sie bisher noch nie jemandem erzählt haben.

Meine Meinung

Dieses Hörbuch habe ich im Rahmen des Buchwichtelns erhalten und es ist mein erstes Buch von Cody McFadyen.

Es handelt sich hierbei um Smoky Barretts dritten Fall. Allerdings ist es nicht zwingend notwendig, die anderen beiden Fälle zu kennen, den Cody McFadyen lässt Smoky im ersten Teil des Buches erzählen, wie ihr bisheriges Leben verlaufen ist, genau so, wie der Autor auch den Rest des Teams ausführlich vorstellt. Was mich ganz ehrlich verwundert hat, war, dass die erste CD zu Ende war, ohne, dass sich bezüglich des Mordes viel ergeben hätte. Dafür hatte ich das Gefühl, das Team in- und auswendig zu kennen. Aber nicht, dass ich das als langweilig empfunden hätte, ich konnte gar nicht schnell genug weiterhören, so fasziniert war ich. Dieses Gefühl hat übrigens sechs CDs lang angehalten und als ich das Hörbuch beendet hatte, habe ich gleich zwei weitere Thriller aus der Smoky-Barrett-Serie gekauft.

Franziska Pigulla, die Sprecherin, hat mir sehr gut gefallen, ich war von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt und kann nur sagen, dass Cody McFadyen einen neuen Fan hat 🙂

***

Wie oben bereits erwähnt, war das Hörbuch ein Geschenk und deshalb erfülle ich damit Punkt 21 von Hufies auf den SuB mit Gebrüll Lesechallenge: Lest ein Buch was euch geschenkt wurde. Außerdem erfüllt es den Buchstaben Ö bei der Titel-Challenge.

Liebe auf Bestellung von Rike Stienen

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Zum Inhalt:

Marlene erfährt, dass Ihr Freund Stephan verheiratet ist und weil sie dadurch einen Auftrag vermasselt, verliert sie auch noch ihren Job. Da sie kurz darauf ihren 30. Geburtstag feiert, überraschen ihre Freundinnen sie mit einer Reise nach Venedig. Als Zugabe haben sie Ben gebucht, einen “Mann für alle Fälle”, den sie “zufällig” im Flugzeug treffen soll und der sie dann durch Venedig begleiten soll.

Dummerweise fällt Ben krankheitsbedingt aus und überredet seinen Freund Jan, den Auftrag zu übernehmen, allerdings ist Jan Wissenschaftler und hat nicht nur nichts von einem “Mann für alle Fälle”, er hat im Prinzip nicht mal eine Ahnung davon, wie man mit einer Frau ins Gespräch kommt. Und so kommt es, wie es kommen muss, im Flugzeug sitzt Jan nicht neben Marlene, am Flughafen verliert er sie und m Hotel schmeisst sich der schöne Luigi an Marlene heran.

Als dann Marlenes Freundin Julia in Deutschland auch noch herausfindet, dass Ben gar nicht in Venedig ist, ist Ärger vorprogrammiert…

Meine Meinung:

Geschichte: Rike Stienen hat mit Liebe auf Bestellung einen teils romantischen, teils unterhaltsamen Frauenroman geschaffen, der sich perfekt als leichte Sommerlektüre eignet. Nachdem Marlene nach Venedig abreist, läuft die Geschichte in zwei Handlungssträngen weiter, einmal in Venedig und einmal in Deutschland, am Ende führen beide wieder zusammen.

Schreibstil: Der Schreibstil ist leicht, das Buch lässt sich flüssig lesen, die Autorin beschreibt vor allem den Aufenthalt von Marlene in Venedig sehr bildhaft.

Protagonisten: Die Protagonistin Marlene habe ich sofort in mein Herz geschlossen, weil ich mich sehr schnell in ihre Gefühlswelt eingelesen und mit ihr gelitten habe. Ihre Freundinnen stehen ihr in den schweren Stunden zur Seite und machen sich Gedanken darüber, wie sie sie aufheitern können.

Jan ist ein etwas verpeilter Geophysiker, der mit seiner Arbeit verheiratet ist, während sein Freund Ben eher den Womanizer gibt und genau weiss, wie er beim weiblichen Geschlecht punktet, was ihn aber nicht weniger sympathisch macht.

Gestaltung: Das Cover ist romatisch gestaltet, das Bild zeigt eine Gondel und passt damit zu 100% in die Geschichte. Die Kapitel sind ganz schlicht durchnummeriert und nicht überschrieben.

Ich kann jedem, der leichte Frauenromane mag, dieses Buch empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen.

***

Liebe auf Bestellung von Rike Stienen ist 2011 im Oldigor Verlag erschienen und erfüllt den Buchstaben L der A-Z Titelchallenge.

A-Z-Titel

 

 

[Rezension] Gott bewahre von John Niven

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Bei Chaosweib und Sunny bin ich auf die Rezensionen zu diesem Hörbuch gestossen und beide haben mich sehr neugierig gemacht, so dass ich mir das Buch quasi zu meinem Geburtstag gekauft habe, denn ich hatte einen Gutschein von Thalia bekommen 🙂

 

Zum Inhalt:

 

Gott hat sich eine Woche Auszeig genommen und war angeln. Auf der Erde sind in dieser Zeit über 400 Jahre vergangen und als Gott zurück kommt und sich einen Überblick darüber verschafft, was “da unten” alles passiert ist, ist er erstmal schockiert. Sklavenhandeln, Judenverfolgung, Umweltverschmutzung, Hassprediger und moralischer Verfall, Gott sieht keine andere Möglichkeit, als seinen Sohn wieder auf die Erde zu schicken, um den Menschen das einzig wahre Gebot nahe zu bringen “Seid lieb”.

Nach einem Zeitsprung, Jesus (oder J.C., wie seine Freunde ihn nennen) ist inzwischen Anfang 30 und lebt in New York. Mit seiner Band hatte er nur mässigen Erfolg und seine besten Freunde überreden ihn, bei einer Castingshow teilzunehmen, um so an Geld zu kommen und die Möglichkeit zu haben, viele Menschen mit seiner Botschaft zu erreichen.

Auf seinem Weg durch die Castingshow wird er begleitet von einer Gruppe von Menschen, die er unterstützen, egal ob drogenabhängig, Kriegsveteran, obdachlos oder homosexuell, sie alle haben schon die unschönen Seiten des Lebens kennen gelernt und haben bei J.C. Zuflucht gefunden. Mit ihnen fährt er quer durch Amerika auf seinem Weg, den Menschen das zu übermitteln, was das einzig Wichtige ist: “Seid lieb”.

 

Meine Meinung:

Ich könnte jetzt noch 1000 mal neu ansetzen und trotzdem wäre ich am Ende mit der Rezension nicht zufrieden, daher entschuldigt bitte, wenn es ein wenig wirr ist, aber ich versuche, meine Gedanken in Worte zu fassen:

Erwartet hatte ich eine böse Satire, bei der Gott, Jesus, die Christen durch den Kakao gezogen werden, bei der ich an Blasphemie denke und bei der ich, die ich an Gott glaube und meinen Glauben auch lebe, das eine oder andere Mal schlucken muss.

Nein, so schlimm ist es eigentlich gar nicht. Klar sollte man die Beschreibung und Ausdrucksweise von Gott und Jesus mit einem Augenzwinkern sehen, aber während der ersten CD habe ich mir eigentlich nur die Lachtränen aus dem Gesicht gewischt und mich auf die folgenden unterhaltsamen Stunden mit J.C. gefreut.

Allerdings blieb es nicht bei der Unterhaltung, denn John Niven legt den Finger in jede Wunde, die er nur finden kann. Er zeigt auf, wie Obdachlose, die die Mülltonnen von Supermärkten durchforsten, von dort vertrieben werden, was ein Land mit seinen Kriegsveteranen macht oder eben nicht macht, wie Menschen, die HIV-positiv sind menschenundwürdig behandelt werden und noch vieles andere mehr.

Als das Buch seinem Ende entgegen geht, bezieht sich John Niven auch auf die Geschichten um Jesus, die wir aus der Bibel kennen. In einer Beschreibung des Buches habe ich den Begriff “moderne Passionsgeschichte” gelesen und genau das trifft es. So sitzt Jesus mit seinen engsten Freunden zusammen (“Richtig gelesen, sie sind dreizehn an der Zahl.”), wird verhaftet und verurteilt, (Achtung Spoiler!) ja, und am Ende wird er auch hingerichtet, allerdings nicht am Kreuz, sondern – wir sind ja in Amerika – mit der Giftspritze.

Es gab die Stellen im Hörbuch, an denen ich wirklich schlucken musste, aber nicht, weil ich meinen Glauben in den Dreck gezogen gefühlt habe, sondern weil John Niven der Welt einen Spiegel vor Augen hält und so musste ich auch mehr als einmal mit den Tränen kämpfen – und nein, das waren keine Lachtränen.

Ich bin tief beeindruckt von diesem Hörbuch, wer darüber nachdenkt, es sich zuzulegen, sollte aber wissen, dass ihn oder sie nicht nur Heiterkeit erwartet, sondern dass das Buch Tiefe hat und einen am Ende auch nachdenklich zurück lässt.

Meinen Respekt für diese grandiose Leistung von John Niven. Ich vergebe 5 von 5 Sternen für eines der Highlights des Lesejahres 2013. Danke für den Hörbuchtipp an Chaosweib und Sunny.

A-Z-Titel

G wie Gott bewahre – damit erfülle ich einen weiteren Punkt in der A-z Titelchallenge.