Herzklopfen-Interview mit der Autorin Regina Wall

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Regina Wall hat mich vor wenigen Wochen gefragt, ob ich gerne ihr eBook “Elementarteilchen küssen besser” lesen und rezensieren möchte. Schon nach der Lektüre des Klappentextes habe ich direkt zugesagt.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, das Buch im Urlaub zu lesen, aber als ich dann die Leseproben bei xinxii.com, blindbuch.de und lesen.xtme.de gelesen habe, war ich mehr als gespannt und hätte am liebsten gleich losgelegt. Wem diese Leseeindrücke noch nicht reichen, der kann bei amazon einen Blick ins Buch werfen und dort noch mehr entdecken, was sicher neugierig auf die Lektüre macht 🙂

In “Elementarteilchen küssen besser” geht es um die Quantenphysikerin Linda, die mit ihren 30 Jahren recht wenig Erfahrung mit Männern hat und die sich selber eher als graue Maus sieht. Auf einer Kreuzfahrt lernt sie den gutaussehenden Rechtsanwalt Philipp kennen, der ihr Avancen macht. Eigentlich die besten Voraussetzungen, wenn Linda nicht Linda wäre und nicht zu allem Überfluss auch noch Desirée, eine frühere Affäre von Philipp, auftauchen würde.

Meine Rezension zu diesem Buch findet Ihr hier. Und wenn Ihr neugierig geworden seid, dann empfehle ich Euch, unbedingt beim

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***

Regina Wall hat sich netterweise auch für ein Interview zur Verfügung gestellt und mir einige Fragen beantwortet.

 

Wie würdest Du Dein Buch in drei Worten beschreiben?

witzig, warmherzig, sinnlich

 

Mit welchem Gefühl sollen die Leserinnen Deines Romans den virtuellen Buchdeckel nach Beendigung der Lektüre „zuklappen“?

Ich würde mich freuen, wenn die Leserinnen meine Romanfiguren ins Herzen schließen, mit ihnen bis zum Ende mitfiebern und sich am Ende des Buches nur schweren Herzens von ihnen verabschieden. Dann hätte ich mein Ziel erreicht – wobei ich natürlich zugeben muss, dass alles Geschmackssache ist. 😉

Linda und Philipp lernen sich durch vertauschte Koffer auf dem Schiff kennen. Ist Dir das auch schon mal passiert, dass Du im Urlaub einen falschen Koffer in deinem Hotelzimmer vorgefunden hast?

Nein, zum Glück nicht. Einmal fehlte uns bei einem Familienurlaub auf Ibiza ein Koffer, als wir im Hotel ankamen. Der wurde am nächsten Tag aber zum Glück nachgeliefert.

Du hattest eine ungewöhnliche Idee für die Kapitelüberschriften. Sie bestehen aus kurzen Zitaten aus Roger Ciceros Liedern. Wie kam es dazu?

Die Hauptdarstellerin meines Romans, Linda Martin, liebt Swing und dementsprechend auch Roger Ciceros mitreißende Lieder mit den doppeldeutig-witzigen, manchmal auch wunderbar einfühlsamen Texten. Das Singen an sich spielt in Lindas Leben wie auch in meinem Roman eine zentrale Rolle. Die Liebe zum Singen verbindet die zurückhaltende Quantenphysikerin mit Philipp Graf, mit dem sie über einige Stolpersteine und durch etliche Fettnäpfchen hindurch am Ende des Romans zusammenfindet.

Da mich Roger Cicero schon seit Jahren mit seiner Musik und seinen Texten in meinem Herzen und in meiner Seele berührt, hatte ich während der zweijährigen Entstehung des Romans – wie sonst auch immer – sehr oft seine CDs im Auto und zuhause laufen. Dabei bemerkte ich immer häufiger, wie gut einzelne Textpassagen zu der Handlung in meinem Roman passen. Begeistert und über alle Maßen erstaunt begann ich, die Lieder gezielt durchzuhören und beschloss, kurze Zitate als Kapitelüberschriften einzufügen. Im Anhang meines Buches sind übrigens alle Texte, die im Roman eine Rolle spielen, in voller Länge zum Nachlesen aufgeführt.

Du wartest nun gespannt auf Rezensionen Deiner Leser, was ist das nun für ein Gefühl? Hast Du vor, gezielt nach Rezensionen im Netz zu suchen und vielleicht auch, darauf zu reagieren?

Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie Leserinnen, die mich nicht persönlich kennen, meinen Roman beurteilen. Deshalb würde ich mich über objektive Rezensionen sehr freuen, ebenso über persönlichen Kontakt über meine Autorenseite bei Facebook oder per E-Mail, damit ich mich mit meinen Leserinnen austauschen kann. 🙂

Du liest am liebsten Liebeskomödien von Rachel Gibson, Thriller von Sandra Brown, Susan Andersen und Linda Howard, die Navy-Seals-Serie von Suzanne Brockmann, Vampirbücher von J. R. Ward, Stephenie Meyer und Lara Adrian und Beziehungskomödien von Suzanne Elizabeth Phillips. Was war bisher Dein Lesehighlight des Jahres?

Die Entdeckung des Jahres 2013 waren für mich die witzig-fesselnden Bücher der Navy-SEALs-Serie von Suzanne Brockmann (es gibt im Moment leider nur elf Bände davon). Knallharte Männer mit Herz, starke Frauen, abwechslungsreiche und spannende Storys und jedes Mal ein herzerwärmendes Happy End. Bücher, die man nicht mehr aus der Hand legen kann. 😉

Ich liebe Bücher, die mich den Alltag vergessen lassen. Und das kann ich am besten mit vielschichtigen Hauptfiguren, die mich in meinem Herzen berühren und mit denen ich bis zum Schluss mitfiebern kann. Deshalb lese ich am liebsten Romane, in denen es auch um zwischenmenschliche Beziehungen geht.

Bei Rachel Gibson liebe ich die Warmherzigkeit, aber auch Widersprüchlichkeit ihrer Charaktere. Der faszinierende Protagonist Nick aus „Küssen will gelernt sein“ beispielsweise hat mich – nachdem ich schon längst mit dem Buch fertig war – zwei volle Wochen bis in den Schlaf hinein verfolgt, bis ich das Buch wieder zur Hand genommen habe, um es noch einmal quer zu lesen – erfolglos: Nach den ersten Abschnitten war ich wieder so gefesselt, dass ich den ganzen Roman erneut in einem Rutsch durchgelesen habe. Und das war nicht das letzte Mal. 😉

Ich liebe außerdem die komplexen – aber nie komplizierten – Plots bei Sandra Browns Thrillern, die mich genauso fesseln wie die tiefgründigen Beziehungsgeschichten, bei denen ich bis zum Schluss mit den Hauptdarstellern mitfiebere. Außerdem bewundere ich die atmosphärisch dichten Beschreibungen in ihren Büchern. Wenn ich wirklich das Gefühl habe, in einem Schneesturm festzusitzen wie in ihrem Buch „Eisnacht“, obwohl ich das Buch eigentlich im schwül-warmen Klima eines Center Parcs lese, zeugt das wirklich vom sprachlichen Können der Autorin.

Wie ich anhand Deiner Lieblingsautorinnen sehe, bevorzugst Du männliche Protagonisten, die der Beschreibung „Alphatier mit goldenem Herzen“ alle Ehre machen. Schreibst Du auch über diese Art Männer in Deinen Romanen?

Nicht so ganz. Viele amerikanische Autorinnen schreiben über männliche (und sehr menschliche) Superhelden mit militärischer Vergangenheit, die die überwältigende physische Präsenz des Protagonisten glaubhaft erklärt und die Leserinnen zum Schmachten bringt – was zugegebenermaßen viel Spaß macht. Ich denke, dass bestimmte Situationen und Konstellationen aus solchen Romanen in Deutschland so jedoch für eine deutsche Autorin nicht umsetzbar sind. Dennoch ist es so, dass das weibliche Auge immer unbewusst mitisst – gerade in diesem Genre. Deshalb passe ich das den gegebenen (deutschen) Umständen an. Ich weiß, was mich (und viele andere Frauen) anspricht: Herz und Verstand in einem schönen Körper. Auch in unserem Alltag gibt es – bedingt durch regelmäßigen Sport – viele durchtrainierte Männer, die als Held in einem Roman auftauchen könnten. Man muss sie nur finden und sich eine spannende Geschichte um sie herum ausdenken.

Ich glaube, es ist deutlich realistischer, einem meiner Helden im Alltag über den Weg zu laufen als z. B. einem SEAL aus Suzanne Brockmanns Büchern. Und das beschert den Leserinnen meiner Romane – so hoffe ich – realere Träume, da meine Helden im Alltag zum Greifen nah sind. Denn dafür sind die Bücher ja auch da: zum Träumen, Schmachten und Verlieben. 😉

Wie ist das, wenn Du selbst ein Buch liest, bevorzugst Du noch die gedruckten Seiten oder liest Du auf dem Reader?

Ganz ehrlich? Ich bin eine sehr altmodische Leseratte. Ich brauche das Geraschel der umgeblätterten Seiten der Bücher, die ich mehr inhaliere als lese. Außerdem muss ich meine „Lieblinge“ im ausgedehnten Bücherregal von meinem bevorzugten Platz auf der Couch sehen können. Dann schweift mein Blick in einer ruhigen Minute über die bunten Buchrücken und bleibt bei vielen mit dem Gedanken hängen: „Schön war’s, les’ ich auf jeden Fall nochmal.“ Und in dem Moment bin ich meinem inneren Frieden ein kleines Stückchen näher gekommen. 🙂

Trotzdem würde ich mich der Anschaffung eines Reader nicht verschließen, wenn die Zeit kommt, in der er meine Bedürfnisse in meinem Alltag besser bedienen könnte als ein gedrucktes Buch. Aber im Moment schleppe ich sehr gerne noch drei bis vier Bücher im Urlaubsgepäck mit mir herum. 😉

Du hast bei Facebook geschrieben, dass sich die Verlagssuche schwierig gestaltet hat und dass das für Dich der Grund war, Deine Bücher als eBooks zu veröffentlichen.

In Anbetracht der Tatsache, dass ein Verlag bei seiner knappen Kalkulation nur sehr wenige neue Bücher pro Jahr herausbringen kann und sich deshalb selten für Jungautoren entscheidet, ist es nicht verwunderlich, dass viele (gute) Erstlingswerke in der Schreibtischschublade versauern. Und genau hier sehe ich den Vorteil der eBook-Publikation in Eigenregie. Jeder kann seine geistigen Ergüsse veröffentlichen – im Endeffekt entscheiden die Leserbewertungen, ob es sich lohnt, das Buch zu kaufen oder nicht. Denn ich denke, dass gerade bei Jungautoren viele positive Bewertungen – wenn schon kein renommierter Verlag dahinter steht – ein ausschlaggebendes Kaufargument für andere sind und die Autoren allein dadurch schon Anerkennung und Erfolg erfahren können.

Ich denke, dass der E-Book-Markt immer mehr im Kommen ist, da der Reader viele praktische Bedürfnisse stillen kann, die das konventionelle Buch nicht erfüllt (Schriftgrößenverstellung für Menschen mit Sehschwäche, Platzersparnis im Urlaubsgepäck usw.). Das heißt für mich, viel Erfolgspotenzial für junge Autoren. Dass das eBook das Buch an sich komplett verdrängt, wäre allerdings mein größter Albtraum – wobei das sicher auch daran liegt, dass ich Bibliothekarin bin. 😉

Bei Facebook habe ich auch gelesen, dass der Schritt, Deine Bücher zu veröffentlichen, beängstigend, aber auch befreiend für Dich war.

An meinem ersten, noch nicht veröffentlichten Buch habe ich vier Jahre lang geschrieben (in gestohlenen Stunden im Alltag oder in Familienurlauben). In der Zeit wussten nur mein Mann und meine Mutter von meinem geheimen Projekt. Ich musste mir beweisen, dass ich ein solch gigantisches Vorhaben wie einen Roman auch zu Ende bringen kann.

Als ich ihn dann schlussendlich mit 560 Taschenbuchseiten fertig hatte, war ich auf die Kommentare meiner Testleserinnen gespannt – und gleichzeitig erleichtert, wie überaus positiv sie mein Erstlingswerk aufgenommen haben. Das gab mir Mut weiterzumachen.

Trotzdem habe ich es damals kaum jemandem erzählt. Das wurde anders, als ich mich vor Kurzem entschlossen habe, meinen zweiten Roman „Elementarteilchen küssen besser“ als eBook zu veröffentlichen. Dennoch war es für mich ein sehr gewöhnungsbedürftiges Gefühl, frei über meine geheime Leidenschaft zu sprechen – und plötzlich auf allen wichtigen Plattformen mein Buchcover zu entdecken. 🙂

Wie hat denn Dein Umfeld schlussendlich darauf reagiert, dass Du Bücher schreibst?

Alle waren sehr überrascht – bis auf eine, die meinte, das sei zu erwarten gewesen, da sie mich eh nicht anders als mit einem Buch in der Hand kenne. Die meisten fanden das total spannend, wenige haben sich nach einem kurzen „Ah, das ist schön“ wieder anderen Gesprächsthemen zugewandt (vielleicht war ihnen der Gedanke einer Romane schreibenden Freundin unheimlich?).

Die schönste Reaktion für mich habe ich aber von zwei (männlichen) Freunden bekommen (ein Bauingenieur und ein Rechtanwalt), die sich in ihrer Glückwunschmail als Nicht-Liebesroman-Leser geoutet haben, aber sich meinen Roman – auch wenn sie nicht zur primären Zielgruppe gehören würden – „natürlich sofort für den Urlaub auf den Reader laden würden“. Ich habe geantwortet, dass sie vermutlich gerade als Nicht-Zielgruppen-Zugehörige durch die Lektüre des Romans die einmalige Chance haben würden, die Denkweise von Frauen – vielleicht in leicht karikierter Form – besser kennenzulernen.

Du schreibst aktuell an Deinem vierten Roman, sind das alles Liebeskomödien, Frauenromane oder wie es nun (in meinen Augen) etwas abfällig heisst: Chick-Lit?

Ich schreibe nur Romane, die ich selbst gerne lesen würde. Und da ich finde, dass es nichts Schöneres im Leben gibt als die heftig flatternden Schmetterlinge im Bauch zu Beginn einer jeden Beziehung, gehört das zu meinem Lieblingsgenre – egal, ob für mich als Leserin noch ein bisschen Krimi, Thriller o.ä. mit reingemischt ist.

Sehr wichtig sind mir dabei (beim Lesen und beim Schreiben) tiefgründige Charaktere, deren Handlungsweise ich aufgrund ihrer Hintergrundgeschichte glaubhaft nachvollziehen kann und die mich im Verlauf des Romans überraschen. Ich muss mich mit ihnen identifizieren können, mit ihnen leiden, mich freuen und sie in mein Herz schließen können – bis zur letzten Seite des Buches. Und wenn die Autorin/der Autor das erfolgreich geschafft hat, liegt das für mich weit entfernt vom trivialen Groschenroman-Niveau.

Gewährst Du uns einen Blick in die Zukunft? Hast Du für die Zeit danach schon neue Ideen?

Wenn mit meinem Roman „Elementarteilchen küssen besser“ soweit alles im richtigen Fahrwasser verläuft, werde ich mich dranmachen, meinen allerersten Roman für die eBook-Plattformen fertigzumachen. Darin spielt eine filmbegeisterte Bibliothekarin die Hauptrolle, die in Stuttgart lebt und ein großer Keanu-Reeves-Fan ist, mit dessen Aussehen natürlich die wenigsten Männer mithalten können. Doch dann trifft sie Alex, der nicht nur ihrem Idol in puncto Aussehen Konkurrenz machen kann, sondern auch perfekt zu ihr passt und ihr Seelenverwandter zu sein scheint. Dann aber passiert etwas, was ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt und sie an ihrer Menschenkenntnis zweifeln lässt.

In meinem aktuellen (vierten) Roman wird ein Eishockeyspieler die Hauptrolle spielen, der in einem fiktiven eishockeyverrückten Dorf in der Nähe von Mannheim lebt und die Frau seines besten Freundes liebt. Die Romanveröffentlichung wird allerdings noch eine ganze Weile dauern, da ich erst mit Schreiben begonnen habe. 😉

Zum Schluss die obligatorische Frage: Du landest auf einer einsamen Insel, was hättest Du gerne dabei?

Die CDs von Roger Cicero (mit Abspielgerät), ein volles Bücherregal mit meinen Lieblingsbüchern – und meine Familie. 🙂

 ***

Vielen Dank für das Interview, Regina.

Elementarteilchen küssen besser von Regina Wall

Leseproben bei xinxii.com, blindbuch.de, lesen.xtme.de oder Blick ins Buch bei amazon.

Das eBook ist im Juni 2013 erschienen und zum Preis von 6,99 Euro erhältlich.

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4 thoughts on “Herzklopfen-Interview mit der Autorin Regina Wall

  1. […] auf Daggis Welt. Am 13. August lässt sie ein interessantes Autoreninterview mit Verlosung von drei E-Books Elementarteilchen küssen besser folgen. Ihr könnt euer Glück bis zum 30. August […]

  2. Nataliya says:

    Sehr interessantes Interview. Man liest dass es genau so Spaß gemacht hat die Autorin zu interviewen wie das Buch zu lesen !

  3. […] Ihr neugierig auf das Buch geworden seid, empfehle ich Euch das Interview mit Regina Wall und vor allem das Herzklopfen-Gewinnspiel, bei dem Ihr die Chance habt, das Buch zu […]

  4. […] Herzklopfen-Interview mit der Autorin Regina Wall […]

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