Der Beobachter von Charlotte Link

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Über eine Wanderbuchgruppe bei Facebook habe ich das Buch Der Beobachter von Charlotte Link erhalten – danke liebe Iris – und nun auch gelesen. Von Charlotte Link hatte ich schon einiges gehört und auch schon vieles über ihre Bücher gelesen, aber nun durfte ich mir zum ersten Mal selber ein Bild machen.

Zum Inhalt:

Zwei ältere Frauen werden grausam ermordet. Die Polizei fischt im Trüben, bis ein weiterer Mord geschieht, der nicht in die Serie passt, allerdings taucht eine Waffe auf, die schon bei einer der beiden Frau benutzt worden war. In der Nähe des Tatorts lebt ein Mann, der Frauen beobachtet, ihren genauen Tagesablauf kennt, darauf hofft, eine von ihnen kennen zu lernen und der die Frauen hasst, die ihm Ablehnung entgegen bringen. Als bei ihm Aufzeichnungen über seine Beobachtungen gefunden werden, die ihn mit einem der Morde in Verbindung bringen, wird er zum Verdächtigen. Er ist zwar nicht der einzige Verdächtige, aber da Scotland Yard nach wie vor im Dunkeln tappt, klammern sich die Ermittler an jeden Strohhalm, nur, dass “Der Beobachter” wie vom Erdboden verschluckt ist …

06.03.2013

Ich habe vorgestern den Prolog gelesen, an dessen Ende erkennbar ist, das sich ein reifer Mann von kleinen Mädchen angezogen fühlt. Das hat mir fürs Erste gereicht. Nun habe ich das Buch erneut aufgeschlagen und bereits bei Seite 18 darüber nachgedacht, das Buch wegzulegen, weil ständig neue Personen auftauchen und ich verwirrt bin.

Als ich auf Seite 113 von 651 angekommen bin, komme ich mit der Vielzahl an Personen besser zurecht. Aber ich frage mich, ob das Buch mich irgendwann auch fesseln wird, bisher ist das nicht der Fall. Vorsichtshalber habe ich bei amazon nachgesehen, wie das Buch bewertet wird, um zu entscheiden, ob es sich lohnt, weiter zu lesen. Die Meinungen sind überwiegend positiv, aber scheinbar bin ich nicht die Einzige, der das Buch zunächst zu langatmig ist.

Im ersten Kapitel wurde von einer Liza erzählt, die bisher nicht wieder aufgetaucht ist. Dann lernt der Leser Carla kennen, das erste Opfer. Danach dreht sich die Handlung um Gillian, verheiratet, ein Kind, bisher ist mir nicht klar, welche Rolle sie spielt, aber ein verhältnismässig grosser Teil des ersten Fünftel des Buches handelt von ihr. Und von Samson, dem komischen Kauz, der Leute beobachtet.

Fazit: Die Rezensionen machen mir Mut, weiter zu lesen in der Hoffnung, dass es noch spannend wird…

07.03.2013

Das erste Opfer hörte mehrfach den Aufzug in ihrem Stockwerk anhalten, doch keiner stieg aus. Auf den nächsten Seiten erfährt der Leser, dass das zweite Opfer nachts schon mehrfach ein Auto vor ihrem einsamen Haus bemerkt hat. Die alleinstehende Frau fühlt sich unwohl beschließt, das Haus zu verkaufen und nach London zuruck zu ziehen, doch dazu kommt es nicht mehr, auch sie wird ermordet. Die Polizei tappt im Dunkeln.

Gillian hat eine Verabredung mit dem Sporttrainer der Tochter, erfährt etwas über ihn, was sie zunachst auf Abstand gehen lässt, doch dann beginnt sie trotzdem eine Affäre mit ihm.

Samson beobachtet weiterhin die Leute und notiert sich alles, was er sieht. Allerdings fällt Gillians Mann auf, dass Samson zu oft “zufällig in der Nähe” ist, wenn er und seine Familie aus dem Haus gehen. Samson steht kurz davor, aufzufliegen.

Das Buch kann mich immer noch nicht wirklich fesseln, aber auf Seite 236 stirbt jemand, mit dessen Tod ich überhaupt nicht gerechnet habe.

Fazit: Nun würde ich gerne weiterlesen, aber es ist bereits nach Mitternacht …

08.03.2013

Liza aus Kapitel 1 taucht wieder auf. Im Laufe der nächsten rund 100 Seiten erschliessen sich mir langsam die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Personen, die in diesem Buch eine Rolle spielen.

Durch den unerwarteten Tod einer bestimmten Person (siehe oben) hat das Buch für mich an Spannung aufgenommen und ich war auch richtig gefesselt, allerdings ebbte das auch wieder ab und der Spannungsbogen glich für mich eher einer kleinen Achterbahnfahrt.

Nach rund 3/4 des Buches war klar, wer die (inzwischen) vier Menschen ermordet hatte und wer nun auch Gilian nach dem Leben trachtete. Ich gebe zu, mit diesem Mörder hatte ich bis kurz vor der entsprechenden Passage nicht gerechnet. Das hat mich überrascht und mir auch den Kick gegeben, den ich an dieser Stelle gebraucht habe, um das Buch zu Ende zu lesen, wobei dieses letzte Viertel durchaus die Spannung hatte, die ich mir für das ganze Buch gewünscht hätte.

Fazit:

Der Beobachter ist ein Roman mit für mich unerwarteten Wendungen, allerdings – und das hatte ich oben schon geschrieben, habe ich einen durchgehenden Spannungsbogen vermisst, weil der Spannungsfaktor für mich eher einer Achterbahn glich. Stellenweise war das Buch viel zu langatmig, ausgeschmückt und unnötig in die Länge gezogen, weshalb am Ende 650 Seiten zusammen kommen. Weniger wäre für mich hier mehr gewesen.

Das war mein erstes Buch von Charlotte Link und vermutlich auch mein Letztes, denn ich habe mehr als einmal darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen. Die “erfolgreichtse Autorin der Gegenwart” konnte mich leider nicht überzeugen, aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und das ist auch gut so 🙂

***

Mit 651 Seiten erfüllt dieses Buch die Vorgabe Nr. 27 der Auf den SuB mit Gebrüll-Lesechallenge.

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6 thoughts on “Der Beobachter von Charlotte Link

  1. Iris says:

    Oh, du hast ja ein Lesetagebuch geschrieben, dass sehr viel über das Buch erzählz und v.a. verdeutlicht, durch was für Gefühlslagen du als Leser gegangen bist. Das finde ich mal sehr interessant. Teilweise habe ich mich wiedergefunden, teilweise aber auch nicht. Denn da ich weiß, dass es bei C. Link fast immer so ist, dass sie aus scheinbar unzusammenhängenden Episoden wie in einem Puzzle eine Geschichte zusammenfügt, sodass am Ende jede der vielen, anfänglich beziehungslos untereinander erscheinenden, Personen ihren Platz hat, bedeutet genau dieses Zusammenfügen der einzelnen Episoden den Lesekick, den du immer wieder vermisst hast. Sorry – das war grad ein unmöglicher Satz. Ich kann aber auch verstehen, dass andere Leser es zu langatmig finden.

  2. MestraYllana says:

    Charlotte Link hat einen etwas eigentümlichen Schreibtil, wie Iris schreibt, puzzelt sie ihre Story aus scheinbar unwichtigen Randdetails zusammen und genau deswegen mag ich ihre Bücher auch so gerne, auch wenn ich noch nie zwei Link-Bücher hintereinander gelesen habe – du viel des Guten ist halt auch anstrengend! =)

    Aber gerade diese Puzzelei zwingt mich oft, auch scheinbar unwichtige Details zu beachten, denn sie könnten später für die Story wieder sehr wichtig werden könnten. Dass die Bücher dadurch etwas langatmig und kaugummiartig werden, kommt dadurch irgendwie von selbst…

  3. Susanne K says:

    Hallo Daggi, ja das ist immer so, mit Büchern, bei manchen fragt man sich warum? – wobei ich Charlotte Link ganz gerne zwischendurch lese.
    Noch eine schöne Woche!
    GLG Susanne

    • daggi says:

      Ich habe noch eines gefunden, das habe ich über die Lesefreude-Aktion bekommen, also hat die Autorin noch eine 2. Chance 🙂

  4. QuuenofHome says:

    Oh , ich habe das Buch auch hier liegen. Werde es so oder so mal lesen aber es war interesant mal eine Meinung dazu zu lesen.
    Schade das es absolut nicht dein ding war. vielelicht magst du irgendwann mal ein anderes buch antesten.
    ich kämpfe aber ehrlich gesagt auch schon seit wochen am letzten kapitel eines buches da ich mich absolut nicht aufraffen kann es fertig zu lesen und wenn dann höre ich nach ein paar sätzen wieder auf 😦

    herzliche grüße
    Andrea

  5. [Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: Server IP]
    […] Der Beobachter von Charlotte Link […]

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